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Gernot live in Jakutsk Bei zwei Villon-Gastspielen in Jakutsk gelang es mir Schrecken und Begeisterung gleichermassen zu saeen. Der erste Auftritt fand an der Universitaet, in bekannt muffigen Uni-Raeumen statt. Ich war als deutsch-franzoesischer Schauspieler angekuendigt, dementsprechend gab es Plakate auf Deutsch, Franzoesisch und Russisch, die auf die Veranstaltung hinwiesen.Dank einer unaufmerksamen Universitaetsmitarbeiterin gelang es mir, die Warnung "Deutsch-Franzoesisches Kulturmassaker" auf allen Plakaten unterzubringen. Doch wie immer, wenn es um Kultur geht, die Menschen erwarten das Beste und stroemten zahlreich in den Raum 818 der Jakutsker Fremdsprachenuniversitaet. Ich begann, ganz Literat, mit einer ruhigen Rezitation, die ich nach zwei Gedichten und zwei Schlucken, mit denen die Weinflasche geleert war, in die bekannt rauschhafte Gewaltmobilmachung umkippen liess.
Ach, wie aus sinnig laechelnden Feingeistern in Sekunden jede Freude schwand. Zwei Lehrkoerper hielten es nicht aus, und verliessen abrupt den Raum. Den Studenten, war der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Da raucht und saeuft jemand in einen Uniraum(und ist kein Professor). Ist jetzt alles vorbei? Wird er die Uni verlassen muessen? Und wir auch? Wir, die wir alles gesehen haben und nicht eingeschritten sind.(Tja, so sind die Studenten hier). Der Vizedekan, der das Ganze ja genehmigt hatte, kam auch in Erklaerungsnoete. Gibt es doch ein Erziehungsamt, dass die Universitaet ueberwacht und auf rigorose Einhaltung aller Regeln besteht. Doch fand er dann doch noch die richtigen Worte im Anschluss: Es handelte sich um einen Auftritt, der auf die Schrecken von Alkohol und Drogen hinweisen wollte. Und auch so kann man es schliesslich sehen. Eine sehr beeindruckte Dozentin fragte mich gar, ob ich durch solche energiegeladenen Auftritte nicht meine Lebenszeit beachtlich verkuerze. Interessante Frage, auf die wohl erst mein Tod die passende Antwort wird geben koennen. Bis dahin denke ich mal: Eher nicht. Einer anwesenden Regisseurin vom Staatstheater gefiel mein Auftritt hingegen mehr als sehr. Und so bekam ich dann die Einladung am Jakutischen Kunstinstitut vor wichtigen Regisseuren und Schauspielern des Landes zu spielen. Nachzulesen ist dies auf einer Webseite, die ich gerade vergessen habe. Aber Sie koennen sie finden. Einfach www. ya. ru (russische Google-Variante) oeffnen und meinen Namen auf Russisch eintippen: гернот гримм. Ich stehe an der ersten Stelle. Eine Fotostrecke zu diesem Auftritt können Sie sich gerne in der Galerie anschauen.
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